Private PflegeversicherungVorsorgen, bevor Pflege zum Kostenrisiko wird

Die gesetzliche beziehungsweise private Pflegepflichtversicherung übernimmt im Pflegefall nur einen Teil der entstehenden Kosten. Eine private Pflegezusatzversicherung kann helfen, die verbleibende finanzielle Lücke zu verkleinern und mehr Selbstbestimmung bei Pflege und Betreuung zu bewahren.

Das leistet die Pflegeversicherung

  • Die Pflegepflichtversicherung deckt nicht alles

    Die Pflegepflichtversicherung ist als Grundabsicherung gedacht. Je nach Pflegegrad und Art der Versorgung können trotzdem erhebliche Eigenanteile entstehen, die aus Einkommen, Rente oder Vermögen bezahlt werden müssen.

  • Angehörige finanziell entlasten

    Pflege betrifft häufig die ganze Familie. Eine zusätzliche Absicherung kann dabei helfen, Kosten für Betreuung, Unterstützung im Haushalt oder professionelle Pflege aufzufangen und Angehörige finanziell zu entlasten.

  • Pflege zu Hause mitdenken

    Viele Menschen möchten möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Eine frei verfügbare Geldleistung kann beispielsweise für ambulante Unterstützung, Entlastungsangebote oder notwendige Anpassungen im Zuhause eingesetzt werden.

Worauf sollten Sie bei einer privaten Pflegeversicherung achten?

Entscheidend ist, wie viel Geld bei welchem Pflegegrad ausgezahlt wird und ob die Leistung frei verwendet werden kann. Ebenso wichtig sind Gesundheitsprüfung, Wartezeiten, Beitragsentwicklung und mögliche Anpassungen des Versicherungsschutzes.

Bestehenden Vertrag prüfen lassen

  1. Welche Form der Pflegevorsorge passt?

    Am häufigsten wird eine Pflegetagegeldversicherung gewählt. Daneben gibt es Pflegekosten- und Pflegerentenversicherungen. Die Varianten unterscheiden sich unter anderem darin, wie die Leistung berechnet und wofür sie verwendet werden kann.

  2. Wie hoch sollte die Leistung sein?

    Die passende Höhe hängt von Einkommen, Rücklagen, familiärer Situation und gewünschter Versorgung ab. Berücksichtigt werden sollten sowohl mögliche Kosten zu Hause als auch Eigenanteile bei stationärer Pflege.

  3. Welche Pflegegrade sind abgesichert?

    Gute Tarife leisten nicht erst bei sehr hoher Pflegebedürftigkeit. Wichtig ist, wie die Leistung über die Pflegegrade 1 bis 5 verteilt wird und ob ambulante und stationäre Pflege unterschiedlich behandelt werden.

  4. Wann lohnt sich ein früher Abschluss?

    Ein früher Abschluss kann vorteilhaft sein, weil Alter und Gesundheitszustand die Annahme und den Beitrag beeinflussen können. Trotzdem sollte der Schutz langfristig bezahlbar bleiben und nicht allein wegen eines niedrigen Einstiegsbeitrags gewählt werden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Pflegepflicht- und Pflegezusatzversicherung?

Die Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und bildet die Grundabsicherung. Eine freiwillige private Pflegezusatzversicherung ergänzt diese Leistungen und soll helfen, die verbleibenden Kosten im Pflegefall zu decken.

Welche Arten der privaten Pflegeversicherung gibt es?

Zu den gängigen Varianten gehören Pflegetagegeld-, Pflegekosten- und Pflegerentenversicherungen. Beim Pflegetagegeld wird eine vereinbarte Geldleistung gezahlt, die meist frei verwendet werden kann. Eine Pflegekostenversicherung orientiert sich stärker an nachgewiesenen Ausgaben, während die Pflegerente häufig mit einer lebenslangen Rentenleistung arbeitet.

Was ist eine Pflegetagegeldversicherung?

Bei einer Pflegetagegeldversicherung wird je nach Pflegegrad ein vereinbarter Betrag ausgezahlt. Die Leistung ist bei vielen Tarifen nicht davon abhängig, ob die Pflege durch Angehörige, einen ambulanten Dienst oder stationär erfolgt. Die genaue Staffelung richtet sich nach den Vertragsbedingungen.

Wie hoch sollte ein Pflegetagegeld sein?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Sinnvoll ist eine Berechnung anhand der voraussichtlichen Versorgungslücke. Dabei sollten vorhandene Leistungen, Einkommen, Rente, Rücklagen, Wohnsituation und familiäre Unterstützung berücksichtigt werden.

Gibt es eine Gesundheitsprüfung?

Bei vielen ungeförderten Pflegezusatzversicherungen werden Gesundheitsfragen gestellt. Vorerkrankungen können Einfluss auf Annahme, Beitrag oder Vertragsbedingungen haben. Die Angaben sollten deshalb vollständig und sorgfältig beantwortet werden.

Was ist der Pflege-Bahr?

Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Form der Pflegezusatzversicherung. Unter bestimmten Voraussetzungen wird ein monatlicher Zuschuss gezahlt. Bei diesen Tarifen darf der Versicherer Antragsteller nicht wegen Vorerkrankungen ablehnen, allerdings gelten besondere Vorgaben und mögliche Wartezeiten.

Kann ich die Leistung frei verwenden?

Bei einer Pflegetagegeldversicherung kann die Auszahlung üblicherweise frei eingesetzt werden, etwa für Angehörigenpflege, ambulante Hilfe, Haushaltshilfe oder zusätzliche Betreuung. Bei einer Pflegekostenversicherung kann dagegen ein Nachweis der tatsächlichen Ausgaben erforderlich sein.

Was passiert, wenn sich meine Pflegesituation verändert?

Die Leistung orientiert sich in der Regel am festgestellten Pflegegrad. Wird ein höherer Pflegegrad anerkannt, kann sich auch die Auszahlung erhöhen. Maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Tarifs.

Wie groß ist Ihre persönliche Pflegelücke?

Wir schauen gemeinsam, welche Leistungen bereits vorhanden sind, welche Kosten im Pflegefall entstehen könnten und welcher zusätzliche Schutz zu Ihrer finanziellen und familiären Situation passt.