Altersvorsorgedepot: Die neue geförderte Vorsorge ab 2027

Ab dem 1. Januar 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab. Sie sparen mit Fonds und ETFs für den Ruhestand, der Staat legt Zulagen obendrauf – bis zu 540 € im Jahr für Sie und bis zu 300 € je Kind. Neu sind auch viele Selbstständige und Freiberufler förderberechtigt. Wir erklären Ihnen die Unterschiede der Varianten, rechnen Ihre Förderung durch und prüfen, ob sich ein Wechsel aus Ihrem Riester-Vertrag lohnt.

Das leistet die Altersvorsorgedepot

  • Mehr Rendite-Chancen, weniger Garantiezwang

    Anders als bei Riester müssen die Beiträge nicht mehr zwingend garantiert sein. Das Geld kann vollständig in Aktienfonds und ETFs fließen. Wer Sicherheit möchte, wählt eine Variante mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie.

  • Einfachere, höhere Förderung

    Statt einer festen Grundzulage gibt es einen Zuschuss auf jeden eingezahlten Euro: 50 Cent auf die ersten 360 € und 25 Cent auf weitere Beiträge bis 1.800 € im Jahr. Für Kinder kommen bis zu 300 € je Kind dazu.

  • Flexibel im Ruhestand

    Ausgezahlt wird in der Regel ab 65 – als lebenslange Rente oder als Auszahlplan bis mindestens 85. Bis zu 30 Prozent des Kapitals können Sie sich zu Beginn auf einmal auszahlen lassen.

Worauf sollten Sie beim Altersvorsorgedepot achten?

Die Förderung ist bei allen Anbietern gleich – Kosten, Fondsauswahl und Leistungen im Alter sind es nicht. Über 30 Jahre können wenige Zehntelprozent Kosten mehrere Tausend Euro ausmachen.

Bestehenden Vertrag prüfen lassen

  1. Wie viel Sicherheit brauchen Sie?

    Je länger die Zeit bis zur Rente, desto eher passt eine Anlage ohne Garantie. Wer kurz vor dem Ruhestand steht oder Schwankungen schlecht aushält, fährt mit einer Garantievariante oder einer automatischen Umschichtung vor Rentenbeginn ruhiger.

  2. Was kostet der Vertrag – wirklich?

    Vergleichen Sie die Effektivkosten, also alle Kosten in einer Zahl. Beim Standarddepot sind sie auf 1 Prozent gedeckelt, andere Varianten können teurer sein, bieten dafür aber oft mehr Auswahl oder eine garantierte lebenslange Rente.

  3. Rente oder Auszahlplan?

    Eine lebenslange Rente zahlt, egal wie alt Sie werden. Ein Auszahlplan endet frühestens mit 85, das Restguthaben bleibt dafür vererbbar. Welche Form besser zu Ihnen passt, sollten Sie vor Vertragsbeginn überlegen.

  4. Holen Sie sich die volle Förderung

    Die volle Grundzulage gibt es ab 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr, für Kinder ab 300 €. Mit einem Dauerzulagenantrag beantragt der Anbieter die Zulagen jedes Jahr automatisch für Sie.

So viel legt der Staat dazu

Die Förderung richtet sich nach Ihrem eigenen Beitrag. Wer im Jahr 1.800 € einzahlt – also 150 € im Monat – erhält die volle Grundzulage von 540 €. Schon kleine Beiträge werden besonders stark gefördert: Auf die ersten 360 € im Jahr (30 € im Monat) gibt es 50 Prozent Zuschuss.

FörderungSo funktioniert esHöchstens
Grundzulage50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag, 25 % auf weitere Beiträge bis 1.800 €540 € im Jahr
Kinderzulage1 € Zulage je eingezahltem Euro, je kindergeldberechtigtem Kind300 € je Kind und Jahr
Bonus für junge Sparereinmalig, wenn Sie zu Beginn des Beitragsjahres noch keine 25 Jahre alt sind200 €
Mindestbeitragdamit überhaupt Zulagen fließen120 € im Jahr (10 € im Monat)

Zusätzlich können Sie Ihre Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben. Das Finanzamt prüft automatisch, ob eine Steuerersparnis höher ist als die Zulagen, und erstattet die Differenz. In der Ansparphase bleiben Erträge steuerfrei, versteuert wird erst die Auszahlung im Alter – meist mit einem niedrigeren Steuersatz als im Berufsleben.

Zulagen-Rechner für Ihr Altersvorsorgedepot.

540 €Zulagen im Jahr

Vereinfachte Beispielrechnung nach dem Altersvorsorgereformgesetz, ohne Gewähr. Nicht berücksichtigt sind eine mögliche zusätzliche Steuerersparnis über den Sonderausgabenabzug sowie Kosten und Erträge des Vertrags.

Altersvorsorgedepot oder ETF-Depot? Der Vergleich.

Gleicher eigener Beitrag, gleiche Anlage – was bleibt zum Rentenbeginn nach Kosten und Steuern übrig? Passen Sie die Annahmen an Ihre Situation an.

Annahmen anpassen

Für das Altersvorsorgedepot spricht

  • Staatliche Zulagen auf jeden eingezahlten Euro
  • Keine Steuern in der Ansparphase, Versteuerung erst im Alter
  • Auf Wunsch lebenslange Rente oder Beitragsgarantie

Für das ETF-Depot spricht

  • Jederzeit verfügbar, auch vor dem Ruhestand
  • Beliebige Beiträge, keine Höchstgrenze
  • Vererbbar ohne Rückzahlung von Zulagen

Beispielrechnung ohne Gewähr, keine Anlageberatung. Renditen sind nicht garantiert und schwanken. Vereinfacht: gleichbleibende Rendite, Zulagen jährlich, keine zusätzliche Steuerersparnis über den Sonderausgabenabzug, keine Sozialabgaben, keine Kirchensteuer. ETF-Depot: Abgeltungsteuer 25 % plus Solidaritätszuschlag auf die Gewinne bei Verkauf zum Rentenbeginn, 30 % Teilfreistellung für Aktienfonds, ohne Sparerpauschbetrag. Altersvorsorgedepot: Auszahlungen mit dem angegebenen Steuersatz im Alter.

Welche Varianten gibt es?

Altersvorsorgedepot ohne Garantie: Sie bestimmen die Anlage in Fonds und ETFs selbst – mit den größten Renditechancen, aber auch Schwankungen. Sinnvoll vor allem bei langer Laufzeit.

Standarddepot: Eine einfache Variante mit wenigen vorausgewählten Fonds und automatischer Absicherung vor Rentenbeginn. Die Kosten sind gesetzlich auf 1 Prozent im Jahr gedeckelt.

Garantieprodukte: Zum Rentenbeginn sind 80 oder 100 Prozent Ihrer eingezahlten Beiträge einschließlich Zulagen garantiert. Mehr Sicherheit bedeutet in der Regel weniger Renditechance.

Geförderte Vorsorge über einen Versicherer: Versicherer bieten die neue geförderte Vorsorge als fondsgebundene Rentenversicherung an – mit oder ohne Garantie und mit festen Rentenfaktoren für eine lebenslange Rente. Diese Verträge vermitteln wir als Versicherungsmakler und vergleichen dafür die Angebote verschiedener Gesellschaften.

Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?

Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und werden weiter gefördert, eine automatische Kündigung oder Umstellung gibt es nicht. Neue Riester-Verträge können ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden.

Ab 2027 können Sie wechseln: entweder durch Übertragung des Guthabens in einen neuen Vertrag – ohne dass Sie bisherige Zulagen zurückzahlen müssen – oder indem Sie Ihren bestehenden Vertrag in die neue Förderung überführen. Achtung: Wer zusätzlich zum alten Vertrag einen neuen abschließt, verliert den Bestandsschutz des alten Vertrags. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt von Garantien, Kosten und Restlaufzeit ab – das rechnen wir gern mit Ihnen durch.

Altersvorsorgedepot: Beratung in Mülheim an der Ruhr

Wir rechnen Ihre Zulagen durch, vergleichen Angebote mehrerer Versicherer zum Altersvorsorgedepot und prüfen, ob ein Wechsel aus Ihrem Riester-Vertrag sinnvoll ist. Ob Sie in Dümpten, Styrum oder Winkhausen wohnen: Sie erreichen uns in unserem Büro an der Saarner Str. 155 in Mülheim an der Ruhr oder sprechen per Video und Telefon mit uns – genauso wie Kundinnen und Kunden aus Oberhausen, Essen, Düsseldorf und ganz Deutschland.

Häufige Fragen

Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgereformgesetz ist beschlossen. Verträge können ab dem 1. Januar 2027 abgeschlossen werden. Die Produkte müssen vorher vom Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert werden.

Wer bekommt die Förderung?

Förderberechtigt sind wie bisher bei Riester unter anderem rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, Auszubildende und Beamte. Neu sind auch viele Selbstständige und Freiberufler sowie Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke förderberechtigt. Ehepartner können unter bestimmten Voraussetzungen mittelbar profitieren. Ob Sie dazugehören, klären wir gern im Gespräch.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Grundzulage beträgt 50 Prozent auf die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr und 25 Prozent auf weitere Beiträge bis 1.800 € – zusammen höchstens 540 €. Für jedes Kind kommen bis zu 300 € im Jahr dazu. Wer zu Beginn des Beitragsjahres noch keine 25 Jahre alt ist, erhält zusätzlich einmalig 200 €.

Wie viel muss ich mindestens einzahlen?

Damit Zulagen fließen, sind mindestens 120 € im Jahr nötig, also 10 € im Monat. Die volle Grundzulage erhalten Sie ab 150 € im Monat.

Kann ich mein Geld in ETFs anlegen?

Ja. Beim Altersvorsorgedepot ohne Garantie kann das Geld in Aktienfonds und ETFs fließen. Welche Fonds möglich sind, legt der jeweilige Anbieter fest.

Wann und wie wird ausgezahlt?

Die Auszahlung beginnt in der Regel frühestens mit 65 – früher, wenn Sie bereits eine gesetzliche Altersrente beziehen – und spätestens mit 70 Jahren. Sie wählen zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft. Zu Beginn können Sie sich bis zu 30 Prozent des Kapitals auf einmal auszahlen lassen.

Wie wird das Altersvorsorgedepot besteuert?

In der Ansparphase sind Erträge steuerfrei. Die Auszahlungen im Alter werden mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert (nachgelagerte Besteuerung). Einzelheiten regelt das Einkommensteuergesetz; das Bundesfinanzministerium hat ergänzende Fragen und Antworten veröffentlicht.

Lohnt sich der Wechsel aus meinem Riester-Vertrag?

Das hängt vom Einzelfall ab: Ältere Riester-Verträge haben oft hohe Garantien und günstige Rentenfaktoren, die man nicht leichtfertig aufgeben sollte. Bei teuren Verträgen mit wenig Rendite kann ein Wechsel dagegen sinnvoll sein. Bringen Sie Ihre Unterlagen mit – wir vergleichen beides.

Was passiert, wenn ich sterbe?

Das Guthaben ist vererbbar. Wird es nicht auf den Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner übertragen, müssen die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile in der Regel zurückgezahlt werden. Bei einer lebenslangen Rente kann eine Rentengarantiezeit vereinbart werden.

Können Sie mir als Versicherungsmakler ein Altersvorsorgedepot vermitteln?

Ja, in der Form, die Versicherer anbieten: als geförderte fondsgebundene Rentenversicherung mit oder ohne Garantie und mit lebenslanger Rente. Wir vergleichen dafür die Angebote mehrerer Gesellschaften. Reine Bankdepots von Banken oder Fondsgesellschaften vermitteln wir nicht, erklären Ihnen aber gern die Unterschiede.

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